Und Acht (1999)

für Akkordeon mit fixed audio und optional mit Video

12 Minuten/ UA 1999 in Berlin / Gerhard Scherer

Version mit Andrea Kiefer

 

Version mit Gerhard Scherer

Teil 1 Teil 2

 

weitere Aufführungen u. a. in Berlin, Braunschweig, Saarbrücken, Helsinki und Waldkirch
gespielt u. a. von Gerhard Scherer, Christine Paté und Annette Riesner
Radiosendung bei SFB und Deutschlandradio / DVD 2003

Und Acht ist Bestandteil eines losen Zyklus, dessen Stücke als Titel eine Zeile aus Goethes Hexen-Einmaleins (Faust 1) tragen
Jedes Stück dieser Reihe ist der Zahl aus dem Titel gewidmet, welche auf jeweils sehr unterschiedliche Weise die Komposition beeinflusst. Die Besetzung der Stücke und die stark an den Instrumenten orientierten Konzeptionen variieren dabei deutlich.

Zwei Punkte sind jedoch allen Stücken gemeinsam:
1. Ausgehend von der Zahl wird für jedes Stück ein Netz von musikalischen Ereignissen entworfen. Dieses Netzwerk bezieht sich besonders auf formale Abläufe. Es stellt eine enge Beziehung zwischen dem kleinsten Bestandteil eines Stückes und der Form des Ganzen her. Die Zusammenhänge sind dabei so einfach gehalten, dass sie sich beim Hören leicht nachvollziehen lassen.
2. Die Stücke (mit Ausnahme der Drei) werden mit einem Zuspiel von CD auffgeführt. Das Zuspiel enthält Passagen, die von den aufführenden Musikern zuvor aufgenommen wurden. Diese Passagen werden nach der Aufnahme nur in ihrem zeitlichen Erscheinungsbild manipuliert (rückwärts, höher, tiefer, schneller, langsamer und Kombinationen). Erst im daraus resultierenden Zustand verhalten sie sich genau wie in der Partitur notiert zum »live« gespielten.

Zu jedem Stück kann es ein Video geben, welches das Zuspiel in bewegte Bilder umsetzt: die Musiker werden beim Aufnehmen des Zuspiels aufgezeichnet und die Videoaufnahme wird dem Ton entsprechend manipuliert.

In »UND ACHT« werden im Zuspiel Transpositionen verwendet. Kurze Teile des Stückes selbst wurden aufgenommen und anschliessend verlangsamt, beschleunigt oder bei gleicher Länge in ihrer Tonhöhe verändert. Sie sind in in ihrer neuen Gestalt an anderer Stelle zu hören, verstärken so die Vernetzung der Form und spielen mit der Erinnerung oder Erwartung des Hörers. Bei der Komposition von »UND ACHT« wurde bereits berücksichtigt, wie sich der Ablauf und die Tonhöhen der aufgenommenen Klänge nach ihrer Veränderung zu den live gespielten Klängen verhalten. Dabei ist nichts dem Zufall überlassen. Das Zuspiel ist in der Partitur notiert und der Akkordeonist spielt synchron. Besonderes Gewicht erhält hier die Tatsache, dass die völlig regelmäßigen Schwingungen der Akkordeon-Zungen bei starker Verlangsamung zu einem Puls werden, der über weite Strecken das Zusammenspiel zwischen Live-Akkordeon und Zuspiel regelt.